Die Kunst der Selbstliebe
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Wir alle wollen von anderen geliebt werden. Aber solange wir uns nicht selbst lieben, auf unsere Gefühle achten und unsere Bedürfnisse respektieren, wird das nicht wirklich funktionieren.

Sich selbst zu lieben bedeutet nicht, übertrieben egoistisch zu sein, sondern ein Gefühl für den eigenen Wert und gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln. Beantworten Sie sich in einer stillen Stunde einmal folgende Fragen:

 

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen geht es darum, zu folgender Haltung zu kommen: Egal, wie es bisher war: Ich bin kein Opfer. Ich übernehme ab jetzt für mich die Verantwortung.

Am stärksten zeigt sich das Ausmaß unserer Selbstliebe beim Umgang mit anderen.

 

Manchmal leiden wir unter einer Beziehung seelisch und körperlich extrem stark und können trotzdem nicht loslassen. Wenn wir uns selbst mehr lieben, verschwinden diese zerstörerischen Beziehungen aus unserem Leben. Wir wissen dann, dass wir das Beste verdienen, und erlauben anderen nicht mehr, uns immer weiter weh zu tun.

 

Alte Wunden heilen

Einer der wichtigsten Schritte zur Selbstliebe besteht darin, sich alten Schmerzen zu stellen. Die meisten von uns haben bereits in der Kindheit viel emotionales Leid erfahren. Nicht weil die Eltern uns absichtlich Böses zufügen wollten (obwohl natürlich auch das möglich ist), sondern weil sie aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage waren, Liebe, Zuwendung, Geborgenheit und Zärtlichkeit zu geben. Auch Trennungssituationen, seelische Vernachlässigung, sexueller Missbrauch oder andere Schockerlebnisse können solche Spuren hinterlassen, dass in dem Kind ein tiefes Gefühl von Minderwertigkeit entsteht. Wir wachsen auf und wieder fügen andere uns Schmerzen zu. Wir werden verlassen, ungerecht behandelt oder betrogen. Und immer wieder scheint sich das Szenario zu wiederholen. Aus scheinbar unerfindlichen Gründen erleben wir erneut die gleichen Dramen, wählen Partner, die uns schlecht behandeln, und sehen keine Möglichkeit, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Das Zauberwort, das alles ändert, heißt „Selbstliebe“. Wenn Sie beginnen, sich mehr zu lieben, wissen Sie instinktiv, dass alte, nicht verarbeitete Schmerzen eine zerstörerische Wirkung auf Ihr Leben haben. Jede Verletzung aus der Vergangenheit, die als „Leiche im Keller“ liegt, kann daran schuld sein, dass Partnerschaften nicht funktionieren, das Berufsleben unbefriedigend ist und Dauergroll das psychische Klima vergiftet. Denn ungelöste Probleme und verdrängte Gefühle sind Dauerstress für Seele und Körper. Als Fortgeschrittener in Sachen Selbstliebe werden Sie aus diesem Grund brennendes Interesse daran entwickeln, diese Leichen herauszuholen und sie im Licht des Tages zu betrachten. Vielleicht ist es nötig, sich jahrelang unterdrückten Hass einzugestehen, furchtbare Ängste zuzulassen und so Möglichkeiten zu einer positiven Veränderung zu schaffen. Erst wenn ich „ja“ sage zu meinen seelischen Wunden und den dazugehörigen Schmerz akzeptiere, bin ich frei.

 

Die drei Schritte zur Selbstliebe

 

  1. Sanfter und gütiger Umgang mit sich selbst

    Fragen Sie sich: Wie kann ich mir selbst gut tun?

    Was brauche ich gerade jetzt? Beispielsweise ein Gespräch, ein Bad, frische Luft, eine Pause, eine Nackenmassage etc.

  2. Seelischen und körperlichen Missbrauch durch andere unterbinden

    Lassen Sie nicht zu, dass irgendjemand Sie demütigt, benutzt oder terrorisiert.

    Suchen Sie unbedingt Hilfe, wenn Sie geschlagen oder sexuell missbraucht werden. Seelischer und/oder körperlicher Missbrauch ist sehr wahrscheinlich auch gegeben, wenn Sie mit einem Suchtkranken zusammenleben (Alkohol, Drogen).

  3. Aufgeben der Opferrolle

    Sie sind den Umständen nicht hilflos ausgeliefert. Entweder können Sie äußere Bedingungen verändern oder Ihre Einstellung dazu.

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*Der Text "Die Kunst der Selbstliebe" wurde von http://www.gesundheit.co.at/ übernommen*